7. März 2010

„Der unstillbare Hunger nach Leben“ und die schöne neue Medienwelt

Posted in Uncategorized um 18:47 von frnkpfl

Neulich, auf einer langen Zugfahrt, blätterte ich schnell und oberflächlich ein „Gesundheitsblättchen“ durch, dass ich am Bahnhof mitnahm: Sprechstunde Doktor Stutz, eine dieser Zeitschriften, die voll von Reklame ist und nach der man bei sich selber alle möglichen und unmöglichen Krankheiten entdeckt.

Dann stiess ich jedoch auf einen Artikel, den ich dort nicht erwartete und der mich dann doch ziemlich zum Nachdenken brachte. Es war die Rede vom grössten Gesundheitsproblem des 21. Jahrhunderts, dem Hunger nach Leben. Ich las eine Weile, verstand aber nicht richtig, worüber eigentlich die Rede war. Legte die Zeitschrift beiseite, holte sie dann aber doch wieder hervor. Etwas fesselte mich an dem Artikel.

Es ging um den Überfluss, in dem wir leben.

Die Omnipräsenz von hochkalorischen Lebensmitteln, ein noch nie dagewesener Mangel an körperlicher Aktivität (…) überfordern das Individuum und lassen Ernährungsprobleme entstehen, wie sie Jahrtausende zuvor unvorstellbar waren.

Appelle an die Vernunft des Menschen haben versagt und eine Fress- und Fettsucht sei allgegenwärtig.

Die Ursache sieht der Autor vor allem darin, dass Essen uns heute als primäre Strategie zur Emotionsregulation dient.

Mir kamen dann weiter Fragen: Was ist denn mit all den Medien, die wir täglich ebenfalls konsumieren, verinnerlichen, die Stunden vor dem Fernseher, dem Handy oder dem Computer. Der „durchschnittliche“ Mensch hat doch heute viele Kontakte in Form von SMS, Twitter oder Facebooknachrichten, vielen E-Mails … , „erlebt“ viele bunte Bilder, Action, Liebe und Tragödien, „reist“ jeden Tag in die ganze Welt – aber halt nur virtuell.

Vielleicht ist es dieses Übermass an virtuellem Erleben und der damit verbundene Mangel an realem Erleben, der uns seelisch unterernährt und eine Notwendigkeit der Emotionsregulierung durch Essen bedingt.

Bei all dem Computereinsatz und den vielen tollen Möglichkeiten sollte nicht vergessen werden, den Schülerinnen und Schülern auch „reale“ Seelennahrung zu geben.

Wer den Artikel selber lesen möchte: er befindet sich hier ab Seite 41.

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