22. März 2010

System Dynamics I

Posted in Systemphysik tagged , , , , um 07:51 von frnkpfl

System Dynamics (SD) oder Systemdynamik ist eine von Jay W. Forrester in den 1950er Jahren an der Sloan School of Management des MIT entwickelte Methodik zur ganzheitlichen Analyse und (Modell-)Simulation komplexer und dynamischer Systeme. (Wikpiedia)

Ein einfaches Beispiel: Eine Badewanne hat einen Inhalt, eine Zustandsvariable, einen Zu- und einen Abfluss, Flussgrössen. Der Zustand ist eine Funktion in Abhängigkeit von den Flussgrössen. In der Simulationssoftware werden die Zustände als Kästchen dargestellt und die Flussgrössen als Pfeile hinein oder heraus.

Ein Beispiel eines einfachen dynamischen Systems, das mit Hilfe von Stella von isee erstellt wird.

Eine Übersicht über ein paar der zur Verfügung stehenden Programme:

Stella von isee, ein kommerzielles Programmpakete, das eine sehr ansprechende grafische Oberfläche hat, aber schlichtweg sehr teuer ist. Eine Einzellizenz kostet $1,899 eine Lehrerlizenz $199. Es gibt ein sehr grosses Angebot von (kostenpflichtigen) Schulungen.

Bekely Madonna hat eine sehr schöne grafische Benutzeroberfläche und rühmt sich damit, dass zur Zeit schnellste System zu Lösung von Differentialgleichungen für den allgemeinen Gebrauch  zu sein, damit also für hoch komplexe Systeme gut zu gebrauchen. Eine Einzellizenz kostet $299 und eine Studentenlizenz $99.

Dynasys von Walter Hupfeld steht unter der GPL-Lizenz (General Public License) und darf frei genutzt werden.

„Mit ihm lassen sich Simulationsmodelle mit Hilfe der Modellbildungsmethoden der System Dynamics auf einfache Weise realisieren. Das Programm wurde für die Anforderungen des Unterrichts konzipiert und ermöglicht eine einfache Umsetzung der Modelle in eine ausführbare Form. Die Ergebnisse der Simulation können sofort graphisch dargestellt und ausgedruckt werden.“ (Zitat)

Interessant ist, dass das Programm weniger als 800 KB gross ist und im Prinzip den gleichen Funktionsumfang wie die kommerziellen Programme hat. Ein Nachteil ist jedoch die nicht ganz so guten graphischen Möglichkeiten im Vergleich zu den anderen Systemen.

Hier der Downloadlink

Mein Favorit ist jedoch Coach 6, ein Softwarepaket für Modellbildung und Videoanalyse, entwickelt vom
AMSTEL Institute der Universität Amsterdam. Es hat eine sehr schöne graphische Benutzeroberfläche, den zwar vorhandenen Programmiermodus benötigt man eigentlich nicht, und zusätzlich bietet es die Möglichkeit einer Videoanalyse.

Vertrieben wird das Programm im deutschsprachigem Raum von NTL und kostet als MV-Version, lizenzrechtlich eine Einzelplatzversion, in Österreich € 150.

Doch jetzt der Clou: Der Klett-Verlag liefert das Programm auf der beiliegenden DVD der neuen Buchreihe Impuls Physik mit aus. Die DVD lässt sich mit Programm und Schlüssel nachkaufen für € 3,95. Im Lehrwerk werden auch einzelne Probleme beispielhaft simuliert mit den Diagrammen.

Hier ein Link zur Programmanleitung bei NTL.

In einem späteren Blog dann mehr.

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15. März 2010

Anonymität im Netz – manchmal notwendig

Posted in Netzkompetenz tagged , , um 08:32 von frnkpfl

Im Internet entfliehen heute viele der Wirklichkeit. Ist es z.B. schwer, im wirklichen Leben Freundschaften aufzubauen und zu pflegen, kommt man in Foren schnell zu Bekannten. Dort kann man auch ohne Probleme seine Identität, Geschlecht oder Alter wechseln, mit anderen also unehrlich sein, ohne Konsequenzen zu befürchten. Eine sehr problematische Entwicklung, doch manchmal leider Notwendig.

Notwendig im Bezug auf Datensicherheit und Sicherheit der Person vor Belästigungen, sei es durch Spam, Werbemüll etc. Allzu freigiebig gehen wir heute oft mit unseren Daten um. Ein gutes Beispiel sind die Kundenkarten, wie etwa die coop-Supercard in der Schweiz. Wenn ich meine Einkäufe weitestgehend im coop mache und immer mit der Supercard registrieren lasse, kann coop von mir ein sehr präzises Profil anhand meiner Einkäufe über Vorlieben, Geschmack, gar Gesundheitszustand oder Gesundheitsperspektiven erstellen. Wer sagt mir, dass diese Daten in der Zukunft nicht etwa im Rahmen der Krankenkasse für meine Beiträge benutzt werden, um nur ein Beispiel zu nennen. Seit 3 Monaten jedenfalls benutze ich keine Kundenkarten mehr.

Ich sollte mir also sehr genau überlegen, wem ich meine Daten geben und prinzipiell nach dem Prinzip vorgehen, nur absolut notwendige Daten aus der Hand zu geben. Leider verlangen die meisten Dienste des Web 2.0 eine Registrierung, die mit einer E-Mail bestätigt werden muss. Hier ein paar Tipps die helfen, anonym zu bleiben, um sich selber zu schützen, nicht, wie in den einleitenden Beispielen, andere etwas vormachen und ein zweites virtuelles Leben im Internet zu führen, das mit dem realen nichts zu tun hat.

  • Bei den meisten Diensten muss man sich registrieren, um sie nutzen zu können. Geben Sie nie Ihren wirklichen Namen oder Ihr wirkliches Geburtsdatum an. Am besten, wenn man auf verschiedenen Seiten verschiedene Namen angibt. Ebenso mit dem Benutzername. Aus ihm sollte nicht der wirkliche Name ableitbar sein, wie etwa franz.mueller.
  • Benutzen Sie verschiedene E-Mail-Adressen für private Mails und für Registrierungen bei Internetdiensten.
  • Das E-Mail Postfach sollte auch anonym sein. Bei Web.de, einem sehr guten Dienst mit der kostenlosen Möglichkeit, etwa Faxe zu empfangen, muss man sich mit seiner wirklichen Adresse registrieren, da man per Post einen Brief mit einem Bestätigungscode bekommt. Bei GoogleMail von Google kann man sich zwar anonym registrieren, da aber Google sowieso sehr viele Daten von mir sammelt, denke ich mir schon, dass sie durch einen Datenabgleich ohne Probleme das Postfach mir zuordnen können. Andererseits bietet GoogleMail viele, gerade für Lehrer nützliche Zusatztdienste. Einfach und absolut anonym kann man sich bei mail.3dl.am ein Postfach kurzfristig einrichten. Man kann sich etwa dort mehrere Postfächer für verschiedene Zwecke einrichten.

Das Projekt mail.3dl.am ist ein vollständig kostenloser Service von 3DL.AM, welcher Wert auf höchste Anonymität und Sicherheit legt.
Wir sind uns bewusst, dass die Benutzer einen hohen Anspruch auf Privatsphäre haben und wirklich anonyme Mailservices sehr selten existieren, falls überhaupt dann nicht im deutschsprachigen Raum. Wir haben deshalb im Januar 2008 diesen kostenlosen Dienst aufgelegt, welcher mit den Einnahmen durch unser Portal 3dl.am finanziert wird und auf eigenen Hochleistungs-Servern ausserhalb von Deutschland & der Europäischen Union läuft. Momentan nutzen bereits über 50.000 registrierte Mitglieder unseren Service. (Stand Mai 2009). Wir bieten euch eine hohe Anonymität da keine IP-Adressen oder sonstige Private Daten erhoben oder gespeichert werden und diese auch beim Mail-Versand nicht (auch nicht im Mail-Quelltext) an den Empfänger übermittelt werden.

  • Auch Zahlungen können anonym sein mit der PaySafeCard, die schon oft akzeptiert wird, so etwa bei einem Rapidshare-Account. Man kann sie auch in der Schweiz an vielen Kiosken kaufen, zahlt dann natürlich bar, bezahlt damit im Internet und somit ist nicht nachvollziehbar, wo die Zahlung herkommt (ausser natürlich über die IP-Adresse des Rechners, die ja immer gespeichert wird, über dem die Bezahlung erfolgte.) Auf der Homepage kann man sich die Verkaufsstellen anzeigen lassen.

Die sichere Zahlungsmethode, die auch ohne Kreditkarte oder Bankkonto funktioniert. Sie können paysafecard an vielen Verkaufsstellen gegen Bezahlung erwerben und als Zahlungsmittel im Internet einsetzen.

Ein Transfer des Guthabens einer PaySafeCard ist auch auf ein PayPal-Konto oder WebMoney-Konto möglich, elektronische Zahlungssysteme, die fast überall akzeptiert werden, was somit fast unbegrenzt viele anonyme Bezahlungsmöglichkeiten eröffnet.

7. März 2010

„Der unstillbare Hunger nach Leben“ und die schöne neue Medienwelt

Posted in Uncategorized um 18:47 von frnkpfl

Neulich, auf einer langen Zugfahrt, blätterte ich schnell und oberflächlich ein „Gesundheitsblättchen“ durch, dass ich am Bahnhof mitnahm: Sprechstunde Doktor Stutz, eine dieser Zeitschriften, die voll von Reklame ist und nach der man bei sich selber alle möglichen und unmöglichen Krankheiten entdeckt.

Dann stiess ich jedoch auf einen Artikel, den ich dort nicht erwartete und der mich dann doch ziemlich zum Nachdenken brachte. Es war die Rede vom grössten Gesundheitsproblem des 21. Jahrhunderts, dem Hunger nach Leben. Ich las eine Weile, verstand aber nicht richtig, worüber eigentlich die Rede war. Legte die Zeitschrift beiseite, holte sie dann aber doch wieder hervor. Etwas fesselte mich an dem Artikel.

Es ging um den Überfluss, in dem wir leben.

Die Omnipräsenz von hochkalorischen Lebensmitteln, ein noch nie dagewesener Mangel an körperlicher Aktivität (…) überfordern das Individuum und lassen Ernährungsprobleme entstehen, wie sie Jahrtausende zuvor unvorstellbar waren.

Appelle an die Vernunft des Menschen haben versagt und eine Fress- und Fettsucht sei allgegenwärtig.

Die Ursache sieht der Autor vor allem darin, dass Essen uns heute als primäre Strategie zur Emotionsregulation dient.

Mir kamen dann weiter Fragen: Was ist denn mit all den Medien, die wir täglich ebenfalls konsumieren, verinnerlichen, die Stunden vor dem Fernseher, dem Handy oder dem Computer. Der „durchschnittliche“ Mensch hat doch heute viele Kontakte in Form von SMS, Twitter oder Facebooknachrichten, vielen E-Mails … , „erlebt“ viele bunte Bilder, Action, Liebe und Tragödien, „reist“ jeden Tag in die ganze Welt – aber halt nur virtuell.

Vielleicht ist es dieses Übermass an virtuellem Erleben und der damit verbundene Mangel an realem Erleben, der uns seelisch unterernährt und eine Notwendigkeit der Emotionsregulierung durch Essen bedingt.

Bei all dem Computereinsatz und den vielen tollen Möglichkeiten sollte nicht vergessen werden, den Schülerinnen und Schülern auch „reale“ Seelennahrung zu geben.

Wer den Artikel selber lesen möchte: er befindet sich hier ab Seite 41.

1. März 2010

Einige nützliche Links zum Erstellen und Bereitstellen von Lehrmaterialien

Posted in Netzkompetenz, Online-material tagged , , , , , , , , um 11:14 von frnkpfl

Hier eine Sammlung von einigen Diensten im Internet, die ich alle schon einmal genutzt habe und die mir ganz gut gefallen haben. Ein grosser Vorteil von den meisten Diensten ist, dass die dort vorhandenen Medien sich anderswo leicht einbinden lasen und überall abrufbar sind. Die Benutzung ist jeweils kostenlos und die Werbung nicht störend:

  • mind42.com: Ein Tool zum Erstellen von Mindmaps online. Diese Mindmaps können Links beinhalten und somit auch als anschauliche Linkliste dienen, die auch anderswo eingebettet werden können..

  • Mit Prezi, „the zooming presentation editor“, lassen sich schnell optisch sehr ansprechend animierte Präsentationen erstellen, die auch anderswo eingebettet werden können.

Mit Hilfe von Lerntagebuch.ch auf der Basis von Worpress können für den Lehrer komfortabel SuS Lerntagebücher führen.

  • Auf viddler kann man online Videos zur Verfügung stellen, die nicht der 10 minütigen Längenbegrenzung wie bei youtube unterliegen. Weiterhin lassen sich die Videos als privat markieren, so dass nur Leute mit der Kenntnis der genauen Link-Adresse darauf zugreifen können und man somit eventuell urheberrechtlich geschütztes Material nicht frei zugreifbar ins Netz stellt.
  • Auf docstoc kann man Dokumente in verschiedenen Formaten wie PDF oder Powerpoint zu Verfügung stellen. Auch hier lassen sich die Dateien als privat markieren, so dass nur Leute mit der Kenntnis der genauen Link-Adresse darauf zugreifen können und man somit eventuell urheberrechtlich geschütztes Material nicht frei zugreifbar ins Netz stellt.
  • Bilder lassen sich gut bei abload.de einstellen, von wo aus sie in andere Dokumente eingebettet werden können.
  • Linklisten lassen sich bequem rechnerübergreifend mit delicious erstellen, verwalten und weitergeben. Es entfällt die lästige Synchronisation von Bookmarks, wenn man auf verschiedenen Systemen arbeitet oder das System neu installieren muss.

  • Linkadressen sind oft unübersichtlich und unhandlich. Mit tinyurl können sie in eine kurze Form gebracht werden.
  • Mit CoboCards lassen sich online Karteikarten (gemeinsam) erstellen und nutzen, eine sehr durchdachte
    Variante des Karteikartenlernens.

  • Hotpotatos ist ein Tool zum erstellen von online-Tests, die dann in Lernplattformen wie Moodle oder Ilias eingebunden werden können.